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MSCI World ETF Risiko: Ist das Welt-Portfolio wirklich sicher?

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Nils Gregersen
9. Dezember 2025
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Der MSCI World ETF gilt als der „Heilige Gral“ des passiven Investierens. Finanzinfluencer, Bankberater und fast jeder Geld-Ratgeber empfehlen ihn als die ultimative „Rundum-sorglos“-Lösung für den Vermögensaufbau. Die These klingt simpel: Man kauft die ganze Welt und profitiert vom globalen Wirtschaftswachstum.

Doch unter der Haube des beliebten Index brauen sich Risiken zusammen, die viele Anleger unterschätzen. Ist der MSCI World wirklich so sicher, wie alle behaupten? Oder laufen wir blind in eine „passive Blase“? In diesem Artikel beleuchten wir die Schattenseiten des Welt-ETFs und zeigen Alternativen auf, die Ihr Portfolio krisenfest machen.

1. Die „Welt“-Lüge: Das US-Klumpenrisiko

Der Name „MSCI World“ suggeriert eine breite Streuung über den gesamten Globus. Wer hier investiert, glaubt oft, sein Risiko optimal diversifiziert zu haben. Ein Blick in das aktuelle Factsheet (Stand Ende 2024) zeigt jedoch ein völlig anderes Bild.

Der Anteil von US-Aktien im MSCI World liegt mittlerweile bei über 70 Prozent. Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise 2008 lag dieser Wert noch bei unter 50 Prozent. Faktisch kaufen Sie mit einem MSCI World ETF also kein Welt-Portfolio, sondern einen US-Fonds mit ein wenig europäischer und japanischer Beimischung.

Das Risiko: Sollte die US-Wirtschaft schwächeln oder der US-Dollar gegenüber dem Euro massiv an Wert verlieren, trifft dies Ihr vermeintlich „globales“ Portfolio mit voller Wucht. Eine geografische Diversifikation, die Anleger vor dem Abschwung einer einzelnen Nation schützen soll, ist kaum noch gegeben.

2. Die Tech-Blase: Alles hängt an den „Magnificent 7“

Noch dramatischer ist die Konzentration auf wenige Einzelwerte. Die 10 größten Positionen im MSCI World machen inzwischen rund 27 bis 28 Prozent des gesamten Indexgewichts aus. Das bedeutet: Ein Viertel Ihres Geldes steckt in einer Handvoll Firmen.

Zu diesen Top-Werten gehören fast ausschließlich US-Tech-Giganten wie:

  • Apple
  • Microsoft
  • NVIDIA
  • Amazon
  • Alphabet (Google)
  • Meta (Facebook)

Experten warnen vor einem enormen „Bubble-Risiko“ im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Die Bewertungen dieser Unternehmen sind astronomisch hoch. Sollte die KI-Euphorie einen Dämpfer erhalten oder Tech-Aktien korrigieren (wie beim Dotcom-Crash im Jahr 2000), zieht dies den gesamten MSCI World nach unten. Wer glaubt, breit gestreut zu sein, ist in Wahrheit extrem abhängig von der Laune des Silicon Valley.

3. Die „passive Blase“: Warnung von Michael Burry

Michael Burry, der Investor, der durch den Film The Big Short berühmt wurde, weil er die Immobilienkrise 2008 vorhersah, warnt bereits seit Jahren vor einer ETF-Blase.

Seine These: Durch den massiven Zufluss in passive ETFs fließt das Geld der Anleger blind in die größten Unternehmen, ohne dass eine echte Preisfindung stattfindet. Das bläht die Bewertungen der großen Konzerne künstlich auf, während kleinere Unternehmen („Small Caps“) links liegen gelassen werden. Wenn die Stimmung kippt und alle gleichzeitig durch den „Notausgang“ wollen – also ihre ETF-Anteile verkaufen –, könnte die Liquidität versiegen und die Kurse dramatischer einbrechen, als es historische Modelle vorhersagen.

4. Die US-Schuldenbombe: Ein Risiko für Generationen

Wer mit dem MSCI World für die Rente, für Kinder oder Enkelkinder spart, muss in Jahrzehnten denken. Hier kommt das größte makroökonomische Risiko ins Spiel: Die Staatsverschuldung der USA.

Die USA sitzen auf einem Schuldenberg, der exponentiell wächst. Prognosen gehen davon aus, dass die Verschuldung in den nächsten 10 bis 20 Jahren auf über 130 % des BIP steigen könnte. Historisch gesehen gibt es für hochverschuldete Staaten oft nur zwei Auswege:

  1. Harte Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen (schlecht für Unternehmensgewinne und Aktienkurse).
  2. Inflationierung der Schulden (Entwertung der Währung).

Für Sie als Euro-Anleger bedeutet Szenario 2 ein massives Währungsrisiko. Wenn der US-Dollar langfristig an Kaufkraft verliert, schmilzt die reale Rendite Ihres US-lastigen ETFs dahin. Was nützen Ihnen 8 % Kursgewinn in US-Dollar, wenn der Dollar gleichzeitig 10 % an Wert verliert?

Fazit und Alternativen: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte

Der MSCI World ist kein schlechtes Produkt, aber er ist nicht das risikolose Allheilmittel, als das er oft verkauft wird. Die Kritik von Experten und Medien wie dem Handelsblatt oder ExtraETF ist berechtigt: Das Klumpenrisiko USA und Tech ist real.

Was können Sie tun?

Um Ihr Portfolio wirklich „wetterfest“ zu machen, sollten Sie über den Tellerrand des MSCI World hinausblicken:

  • Mehr Diversifikation: Ergänzen Sie Schwellenländer (Emerging Markets) oder europäische Aktien, um die US-Dominanz zu verwässern.
  • Small Caps beimischen: Kleinere Unternehmen sind oft günstiger bewertet und bieten Schutz gegen das Risiko, dass nur die „Großen“ überbewertet sind.
  • Der ultimative Schutz: Edelmetalle.

 


Hard Facts: Performance-Vergleich (Stand 2025)

Zahlen lügen nicht – aber sie erzählen je nach Zeitraum eine andere Geschichte. Ein Blick auf die Performance der letzten Jahre zeigt: Wer nur auf den MSCI World setzte, hat solide verdient, aber die echten "Sicherheits-Anker" wie Gold haben in Krisenzeiten und über mittlere Fristen oft überraschend stark abgeschnitten.

Hier ein Vergleich der Gesamtrendite (Total Return in Euro) über verschiedene Zeiträume:

Asset / ETF 1 Jahr 5 Jahre (Gesamt) 10 Jahre (Gesamt) Risiko-Profil
MSCI World ETF ca. +20 % ca. +85 % ca. +160 % Hoch (Aktienmarkt, US-Fokus)
S&P 500 (USA) ca. +25 % ca. +115 % ca. +245 % Sehr Hoch (nur USA, Tech-lastig)
Gold (in Euro) ca. +44 % ca. +135 % ca. +260 % Mittel (Währungsschutz)
Silber (in Euro) ca. +66 % ca. +140 % ca. +120 % Hoch (Volatil, Industriemetall)
Bitcoin ca. +70 % ca. +950 % > 10.000 % Extrem (Totalverlustrisiko)

*Hinweis: Die Werte sind historische Näherungswerte (in Euro) und beinhalten keine Kaufgebühren oder Steuern. Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft.

Was diese Tabelle uns lehrt:

  • Gold schlägt Aktien (mittel- bis langfristig): Viele Anleger sind überrascht, dass Gold in den letzten 5 und sogar 10 Jahren (in Euro gerechnet) oft besser oder gleichauf mit dem MSCI World performt hat – und das ohne das Risiko einer Firmenpleite.
  • Der "Sicherheits"-Trugschluss: Der MSCI World läuft solide, aber er ist nicht der unangefochtene Spitzenreiter. Wer Sicherheit wollte, fuhr mit Gold oft ruhiger und profitabler.
  • Bitcoin als Joker: Die Rendite ist gigantisch, aber die Schwankungen sind nichts für schwache Nerven. Er eignet sich als kleine Beimischung, aber nicht als Basis für die Altersvorsorge.

 

Gerade in Zeiten von Rekordverschuldung und Tech-Blasen zeigt sich der wahre Wert von Gold und Silber. Anders als Aktien oder ETFs haben physische Edelmetalle kein Gegenparteirisiko. Sie können nicht pleitegehen und sind seit Jahrtausenden der bewährte Schutz gegen Geldentwertung und staatliche Schuldenorgien.

Während der MSCI World von den Versprechen der Zukunft (KI, Tech-Wachstum) lebt, ist Gold die Versicherung für den Fall, dass diese Versprechen nicht gehalten werden. Eine gesunde Beimischung von Edelmetallen in Ihrem Depot sorgt für die Stabilität, die ein reines Aktien-Portfolio heute nicht mehr garantieren kann.


Bleiben Sie weitsichtig,

Ihr Nils Gregersen

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