Die Dynamik des Silbermarktes: Eine Neubewertung
Der Silberpreis hat die Marke von über 61 US-Dollar pro Feinunze überschritten und damit neue nominale Allzeithochs erreicht – eine Entwicklung, die viele Mainstream-Analysten lange übersehen haben. Diese Aufwärtsdynamik ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern das Ergebnis tiefgreifender struktureller Verschiebungen im globalen Markt. Wie schon Anfang des Jahres in Analysen hervorgehoben wurde, kollidieren hartnäckige Angebotsdefizite mit einer rasant steigenden industriellen Nachfrage und einem fundamentalen Wandel im Anlegerverhalten.
1. Die schwindende Verfügbarkeit von physischem Silber
Der wohl kritischste Faktor ist die akute Verknappung des tatsächlich verfügbaren Metalls. Die Gesamtlagerbestände in LBMA-Tresoren mögen hoch erscheinen, doch dieser Bestand ist größtenteils spezifischen Parteien zugewiesen. Entscheidend ist die frei verfügbare Menge, oft als „Free Float“ oder registriertes Silber an der COMEX bezeichnet. Gregor Gregersen, CEO von Silver Bullion, beleuchtete diesen Aspekt in seinem jüngsten Newsletter und warnte eindringlich vor der Diskrepanz zwischen Papieransprüchen und physischer Deckung.
Gregor Gregersen (CEO Silver Bullion und The Reserve) mit Nils Gregersen (Geschäftsführer Spargold GmbH) im wahrscheinlich größten Silbertresor der Welt, in The Reserve in Singapur
„Aktuelle glaubwürdige Schätzungen beziffern den LBMA-Silber-Free-Float auf nur noch etwa 200 Millionen Feinunzen, was in etwa 14 Monaten des globalen Silberdefizits entspricht“, so Gregersen. Dieses Ungleichgewicht hat zu Phänomenen wie dem jüngsten “Silver Squeeze” und extrem hohen Leasingraten (über 100 % im Oktober) geführt, die auf einen realen Mangel hindeuten. Das Silver Institute bestätigt diesen Trend: Über die letzten vier Jahre betrug das kumulierte globale Defizit, primär angetrieben durch die Solarbranche, 678 Millionen Unzen.
Weitere Experten teilen diese Einschätzung. Analysten der Commerzbank sehen ebenfalls in der stark steigenden industriellen Nachfrage, insbesondere aus dem Photovoltaik-Sektor (aktuell über 230 Millionen Unzen pro Jahr), einen primären Preistreiber, der das Angebot chronisch übersteigt. Eine strukturelle Unterversorgung für das fünfte Jahr in Folge ist laut dem Silver Institute und anderen Quellen unbestreitbar.
2. Das Misstrauensvotum gegen „Papier-Silber“
Jahrzehntelang stützten sich Bullion-Banken auf ein hoch gehebeltes System, bei dem sie mehr Papieransprüche (unallocated metal) ausgaben, als physisches Metall zur Deckung vorhanden war. Dieses Vertrauensspiel beginnt nun zu bröckeln. Immer mehr industrielle Abnehmer und Investoren verlangen explizit nach zugewiesenem (allocated) physischem Metall, nicht nur nach synthetischer Exposition.
Dieser Trend reduziert den „Free Float“ weiter und schafft Engpässe für die verbleibenden Teilnehmer. Gregersen beschreibt es als einen sich selbst verstärkenden Zyklus: „Viele [industrielle Nutzer] nehmen nun präventiv Lieferungen an – was den Free Float weiter reduziert und potenziell einen sich selbst verstärkenden Kreislauf schafft.“ Angesichts dieser Knappheit dient der steigende Spotpreis als primärer Marktmechanismus, um die physischen Beschränkungen mit den ausstehenden Verpflichtungen in Einklang zu bringen.
3. Steigende öffentliche und institutionelle Aufmerksamkeit
Der dritte Treiber ist die zunehmende mediale Berichterstattung und das wachsende öffentliche Interesse an den strukturellen Defiziten, der Unersetzbarkeit Silbers in industriellen Anwendungen und dem historisch niedrigen Preis im Verhältnis zu Gold. Die Anlageexperten von UBS und der Bank of America sehen ebenfalls einen positiven Ausblick, angetrieben durch einen schwächeren US-Dollar und anhaltende ETF-Zuflüsse, was die steigende Aufmerksamkeit institutioneller Anleger widerspiegelt.
Diese breitere Bekanntheit bringt neue Käufergruppen in den Markt, was die Nachfrage weiter stärkt. In der Tat, wenn man den historischen Höchstpreis von Silber inflationsbereinigt betrachtet, läge dieser bei etwa 215 US-Dollar pro Feinunze. Das verdeutlicht das enorme Aufwärtspotenzial im Vergleich zum aktuellen Preis.
Fazit: Der Weg nach vorn
Die Kombination aus sinkenden freien physischen Reserven, dem Wandel von Papier- zu physischem Silber und der erhöhten Marktvisibilität schafft einen fundamental bullischen Ausblick für Silber. Das "die Katze ist aus dem Sack"-Szenario, wie es Gregersen formuliert, scheint eingetreten zu sein. Das strukturelle Defizit, das laut Silver Institute bis 2026 anhalten soll, untermauert die These, dass höhere Preise notwendig sind, um das Marktgleichgewicht wiederherzustellen.
Ihre Strategie in einem knappen Markt: Edelmetalle als Anker
In Zeiten steigender geopolitischer Risiken, globaler Verschuldung und zunehmender Anspannung in den papierbasierten Finanzsystemen gewinnt die physische Absicherung an Bedeutung. Während Silber aufgrund seiner industriellen Nachfrage eine einzigartige Dynamik aufweist, bieten Gold und Platin eine sinnvolle Ergänzung zum Portfolio.
Physische Edelmetalle dienen als ultimativer Schutz vor Gegenpartei- und Inflationsrisiken, da sie außerhalb des traditionellen Finanzsystems stehen. Die Beimischung von Gold und Platin, die historisch gesehen hervorragende Wertspeicher waren, ermöglicht eine breitere Risikostreuung. Bei Spargold bieten wir Ihnen die Möglichkeit, physisches Silber, Gold und Platin sicher und vollständig zugewiesen zu lagern. Sichern Sie sich Ihren Anteil, solange das physische Angebot – selbst in einem sich verschärfenden Markt – noch relativ zugänglich ist. Wie Gregor Gregersen bemerkt: „Es ist immer noch eine gute Zeit, um physisches Silber zu erwerben.“
Bleiben Sie weitsichtig
Ihr Nils Gregersen
