Was haben Trump, der steigende Goldpreis, deutsche Klimaaktivisten und ein bekanntes Internet-Meme gemeinsam? Darum soll es in diesem Artikel gehen, denn erneut zeigte sich: Ein einziger Tweet kann Billiarden vernichten. Was früher wie ein übertriebenes Schlagwort klang, wurde am **10. Oktober 2025** abermals Realität. Donald Trump schickte eine Nachricht in die Welt, die den Aktien- und Kryptomarkt gleichermaßen erschütterte – doch die wahren Probleme sind noch viel grundsätzlicher - es folgen harte Zeiten.
Am Freitagabend, 10. Oktober 2025, veröffentlichte Trump um 20:50 GMT seinen folgenschweren Post:
Innerhalb von Minuten verloren die globalen Märkte Stabilität. Der S&P 500 stürzte ab – laut CNBC wurden 2 Billionen USD an Marktkapitalisierung in nur einem Tag vernichtet (Quelle: CNBC, 11.10.2025). Bereits im April 2025 hatte ein ähnlicher Zoll-Tweet 5 Billionen USD an Börsenwert in zwei Tagen ausgelöscht (Quelle: EnergyNow, 04.2025; siehe auch Reuters Wrap-Up).
Auch der Kryptomarkt implodierte: Laut Daten von CoinGlass wurden rund 19 Milliarden USD an gehebelten Positionen liquidiert; Bitcoin fiel um etwa 15 %, Altcoins wie Solana oder SUI verloren teils bis zu 70 % (zusammengefasst u. a. im Axios Crypto-Newsletter, 11.10.2025).
Dieser „One-Tweet-Crash" zeigt, wie fragil moderne Finanzsysteme geworden sind – ein Spiel aus Sekunden, Algorithmen und Macht.
Stunden nach dem Crash tauchten Hinweise auf möglichen Insiderhandel auf. Ein neu eröffnetes Kryptowallet setzte 30 Minuten vor Trumps Tweet auf HyperLiquid eine massiv gehebelte Short-Position über ~160 Mio. USD auf Bitcoin – die letzte exakt 60 Sekunden vor Veröffentlichung der Zollankündigung. Der Profit: ~192 Mio. USD innerhalb von zwei Stunden.
In einer Welt, in der ein Tweet Billionen vernichtet, verlieren klassische Anlageparadigmen an Sicherheit.
ETFs gelten zu Recht als solide Basis für langfristige Vermögensbildung. Doch die jüngsten Schocks zeigen, dass selbst breit diversifizierte Indizes empfindlich auf politische Signale reagieren. Zusätzlich habe viele ETFs einen starken Fokus auf US Aktien und genau dies könnte innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre zum Problem werden, wenn der USD mehr und mehr Bedeutung im internationalen Handel verliert und die Staatsschulden der USA weiter rasant ansteigen. Fazit: Diversifikation bleibt Pflicht – schützt aber nicht vor Machtspielen und Panikverkäufen.
Kryptos wurden als Alternative zum klassischen Finanzsystem gefeiert. Gleichzeitig zeigt gerade dieser Markt, wie stark Preise durch große Wallets, Hebel und News-Schocks beeinflusst werden.
Fazit: Eher in geringen Anteilen im Portfolio und nicht als Fundament der Altersvorsorge.
Während internationale Märkte in Schockstarre fielen, entschied Hamburg über die Zukunft seiner Stadt.
Am 12. Oktober 2025 votierten 53,1 % der Teilnehmenden für den „Hamburger Zukunftsentscheid", der Klimaneutralität bis 2040 vorsieht; die Wahlbeteiligung lag bei ~43,6 %.
Die Umsetzung dürfte einschneidend werden: eventuell Tempo 30 flächendeckend, CO₂-Budgets, Sanierungspflichten, steigende Mieten, Eigenheimbesitzer die sich die Sanierung nicht mehr leisten können und verkaufen müssen, Verbrenner-Restriktionen. Kritiker warnen vor Deindustrialisierung, steigenden Kosten und Investitionsunsicherheit. Politische Ideale treffen hier auf wirtschaftliche Realitäten – mit potenziell langfristigen Folgen für Wohlstand und Standortattraktivität. In Zeiten einer schrumpfenden deutschen Wirtschaft, immer höheren Steuern und Abgaben und hohen Energiepreisen, wirken solche Maßnahmen zusätzlich wie ein Brandbeschleuniger.
Das bekannte Meme „Hard times create strong men …" wirkt heute beinahe prophetisch.
Deutschland ringt mit Krankenkassen-Defiziten, einem Renten-System unter Demografiedruck und steigender Staatsverschuldung; die USA kämpfen mit einer Schuldenlast, die ihre globale Rolle in 10–15 Jahren gefährden könnte.
Wir stehen mitten in einem Übergang: Die guten Zeiten klingen ab, härtere Zeiten erfordern Mut, Pragmatismus und Konsequenz. Doch genau daran mangelt es – zu groß ist die Angst vor Ideologievorwürfen, Wählerverlusten oder der eigenen Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Der Ausblick ist entsprechend düster.
Tweets lenken Märkte, Volksentscheide formen Wirtschaftsräume, Ideologien übertönen Fakten. Wer sich blind auf Systeme verlässt, verliert.
Handlungsprinzipien: informiert bleiben, diversifizieren, Liquidität vorhalten, flexibel umschichten – und den langfristigen Kompass nicht verlieren.
Ein solides Investmentportfolio gibt Ihnen die Ruhe, auch in unsicheren Zeiten gelassen zu bleiben. Lassen Sie sich nicht entmutigen – wer langfristig denkt, wird belohnt.
Bleiben Sie weitsichtig,
Ihr Nils Gregersen
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Quellen:
- [CNBC: Trump post costs stocks $2 trillion in single day (Oct 11, 2025)](https://www.cnbc.com/2025/10/11/trump-post-costs-stocks-2-trillion-in-single-day.html)
- [EnergyNow: S&P 500 loses $5 trillion in two days (Apr 2025)](https://energynow.ca/2025/04/sp-500-loses-5-trillion-in-two-days-in-trump-tariff-selloff/)
- [Reuters: Global markets wrap-up (Apr 4, 2025)](https://www.reuters.com/markets/global-markets-wrapup-1-2025-04-04/)
- [Axios Crypto Newsletter (Oct 11, 2025)](https://www.axios.com/newsletters/axios-crypto-cc7762d0-a8f7-11f0-8dc3-bfe8e2fb2fd9)
- [X/Twitter: @unusual_whales (Oct 11, 2025)](https://x.com/unusual_whales)
